Wie ein türkischer Bootsbauer das Unternehmer-Herz eines Deutschen eroberte

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Sailing Classics

Kairos, Chronos, Rhea – Segelyachten werden in Bodrum Içemeler gebaut!

Zwei starke Männer. Der eine ist Türke. Der andere ist Deutscher. Der Türke baut Schiffe. Der Deutsche verkauft Segel-Turne auf seinen Segelyachten, die unter niederländischer Flagge in See stechen. Inzwischen bauen sie den dritten Segelschoner gemeinsam – die RHEA, die dieser Tage vom Stapel läuft. Lesen hier eine ungewöhnliche Reportage zweier Pfundskerle, Andreas Steidel-Sailers und Ayberk Apaydın, für die der Satz: «Geht nicht, gibt’s nicht» zutrifft.

Der Sailing-Classics-Chef ist ein Hüne von 1.92 Meter mit breiten Schultern, stahlblauen Augen und vollem Haar. Sein kräftiger Händedruck verrät: Ein Mann, der zupackt. Der Schiffseigner ist Unternehmer mit Leib und Seele. Wir treffen den begeisterten Segelyachten-Liebhaber der 20er- und 30er Jahre im Hafen von Içemeler in Bodrum. Hier reiht sich eine Werft an der anderen. „Ich bin nervös“, gesteht er, „und das, obwohl ich hier meinen dritten Schoner bauen lassen.“ Andreas Steidle-Sailers innovative Geschäftsidee Sailing-Classics beginnt vor 15 Jahren.

„Für mich sind Segelyachten Kunstwerke, vergleichbar mit Eiffelturm und Pyramiden. Ganz besonders angetan hat es mir die US-Amerikanerin Elizabeth Meyer – die Grande Dame der Bootsrestaurierung. Ihr grösster Coup war die «Endeavour», das einst berühmteste Segelschiff der Welt“, so Andreas Steidle-Seiler. „1938 wurde die Segelyacht stillgelegt. 1984 fand Elizabeth Meyer die Reste des Rumpfs und kaufte es für ein paar Dollar. Bis 1988 investierte sie unzählige Millionen Dollar, um die Segelyacht originalgetreu unter ihrer Leitung restaurieren zu lassen. Eine Wahnsinnsfrau“, stösst der Schiffseigner voller Bewunderung aus. Plötzlich liess den Unternehmer diese eine Frage nicht mehr los: „Warum müssen eigentlich nur Reiche das Privileg haben, auf so einem Classic-Segler unterwegs sein zu dürfen? Wieso kann man als Passagier nicht einfach auf einer klassischen Segelyacht als Mitsegler anheuern, selbst das Ruder halten oder die Segel setzen und trotzdem den Service eines 5-Sterne-Hotels geniessen – und das an den schönsten Plätzen der Welt?“

Der gelernte Bauingenieur fing an seine erste Segelyacht KAIROS zu entwerfen. Diese Pläne präsentierte er dem Bootsbauer Klaus Römer aus Tutzing. „Ein hochmotivierte junger Kerl“, so Andreas Steidle-Sailer. „Klaus schaute mich mit kritischem Blick an und fragte: „Ich baue dir die Segelyacht, aber wer soll das finanzieren? In Deutschland kostet das zwischen 25 und 30 Millionen Euro.“

Foto: Sailing Classics
In der griechischen Mythologie symbolisierte KAIRÓS den „günstigen Augenblick“.

„Eben, Klaus. Das weiss ich ja. Lass dir was einfallen. Schliesslich muss die Yacht ja nicht zwingend in Deutschland gebaut werden.“
Der ersehnte Anruf von Klaus Röder liess nicht lange auf sich warten: „Wir fliegen nach Bodrum und schauen uns dort eine Werft an, die mir empfohlen wurde.“ Beide Männer waren über die Professionalität der Kollegen auf der Halbinsel Bodrum angenehm überrascht. Und als sie nach dem Preis fragten, trauten sie Ohren nicht: „Sechs Millionen Euro für eine 38-Meter-lange Segelyacht im Stil der 20er Jahre mit neun Doppelkabinen für die Passagiere?“

Während die neu gegründete Firma Sailing-Classics in Stuttgart dabei war, eine Web-Seite zu errichten, Gespräche mit Reiseveranstaltern, Reisebüros und Yachtcharter-Agenturen führte, Verträge mit Versicherungen auszuarbeiten, von Rechtsanwälten prüfen und verabschieden zu lassen und sogar erste Buchungen für die Jungfernfahrt der KAIROS entgegen zu nehmen, blieb es in der Halle der KAIROS in Içemeler Bodrum plötzlich still. Der Termindruck wuchs. Die schlaflosen Nächte des Schiffseigners nahmen zu: „Ohne meine Barbara würde ich solche Momente nicht überstehen. Immer, wenn ich glaubte, jetzt bricht alles ein, nahm sie mich zärtlich in die Arme und sagte:  „Mach dir mal keine Sorgen. Wir zwei, wir schaffen alles.“
Sie sollte Recht behalten.

Vorort in der Werft stellte sich heraus, dass der Schiffbauer mit einer anderen Segelyacht stark gefordert war: Der REGINA! Die Super-Luxusyacht REGINA musste zwingend fertig werden, da auf ihr acht Tage lang Szenen für den Bond-Film «Skyfall» gedreht werden sollten. Doch Andreas Steidle-Sailers Rettung für die Fertigstellung der KAIROS sollte sich nur eine Tür weiter befinden: Der Marine-Architekt und Ingenieur Ayberk Apaydın, der seine Werft «Art Yat» gleich nebenan hat, bot dem Schiffseigner seine Hilfe an. Andreas Steidle-Sailer rauft sich die Haare und sagt dann:  „Dieser Teufelskerl! Er war da als unser erstes Baby KAIROS zu scheitern drohte. Ayberks Team hat bewiesen, wie stark und zuverlässig türkische Unternehmer arbeiten können.

Inzwischen baut Ayberks Team die Segelyacht «RHEA», das Schwesterschiff zur KAIROS und CHRONOS. Anfang März 2017  soll die RHEA mit ihren 54 Meter Länge vom Stapel laufen. „Der Bau der Rhea geht in seine letzte und entscheidende Phase. Die Verlegung des Teakdecks steht an. Meerwasserentsalzer im Maschinenraum sind eingebaut. Der Salon wird fertig gestellt und der Rumpf muss fertig gespachtelt werden. Die 14 Kabinen werden nach Seefahrern und -Entdeckern benannt. Von Francis Beaufort, dem Schöpfer der Admirality Seekarten und einer Windtabelle bis Leif Erikkson dem Wikinger, welcher Amerika lange vor Kolumbus entdeckt hat“, sagt Andreas Seidel-Sailer zufrieden. „Im Mai 2017 stechen wir das erste Mal mit der RHEA in See. Es wird schon alles klappen.“

Daten & Fakten

KAIROS

Foto: Sailing Classics
Die KAIRÓS erreicht schon bei mittleren Winden eine Geschwindigkeit von bis zu 10 Knoten. Die KAIRÓS kann auch gut gegen den Wind kreuzen, die Segel müssen bis Windstärke 6 nicht gerefft, d.h. verkleinert, werden.

Der 38 m lange Stagsegelschoner (Bermudaschoner) KAIRÓS wurde von Klaus Röder gezeichnet und 2007 aus Stahl im Stil einer klassischen Yacht gebaut. Sie vereint herausragende Segeleigenschaften mit großzügigen Kabinen und Komfort. Der Ausbau erfolgt in Teak und Mahagoni, große freie Decksfläche, Salon für alle Gäste unter Deck, Sitzecke für alle an Deck, Admiralitätsleiter zum Baden. Im Salon gibt es einen Plasma TV / DVD und eine kleine Bordbibliothek. Die KAIRÓS ist als Passagierschiff (Commercial Cruising Vessel CCV) unter holländischer Flagge zugelassen. Heimathafen ist Rotterdam, Klasse: Register Holland. Die Profi-Besatzung besteht aus: Kapitän, Steuermann/Mechaniker, Bootsmann, Koch, 2 Steward(essen).

CHRONOS

Foto: Sailing Classics
Die bis zu 10-köpfige Crew segelt und unterhält das Schiff, umsorgt aber vor allem liebevoll ihre Gäste auf gehobenem Niveau.

Die 54 m lange Stagsegelketch CHRONOS mit Gabelbaum (Wishbone) wurde von Klaus Röder, Tutzing, gezeichnet und 2013 aus Stahl auf der Werft Ark Yachts in Bodrum in klassischem Stil gebaut. Sie ist in Teak und Mahagoni ausgebaut und vereint klassisches Design und herausragenden Segeleigenschaften mit großzügigen Kabinen und Komfort. Große freie Decksflächen, Salon und Bar für alle Gäste im Deckshaus, Sitzbereich für alle Achtern an Deck, zwei Admiralsleitern zum Baden. Extra Bibliothek mit Plasma TV / DVD und kleiner Buchauswahl. Im Deckssalon Beamer und Projektionsfläche. Die CHRONOS ist als kleines Passagierschiff (Commercial Cruising Vessel CCV) für bis zu 36 Gäste zugelassen und segelt unter holländischer Flagge. Heimathafen ist Rotterdam, Klasse: RINA. Die Profi-Besatzung besteht aus: Kapitän, Steuermann, Mechaniker, Bootsmann, Koch, 3 Steward(essen) und ggfs. einem Reiseleiter und Trainees.

RHEA

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Am 13. Mai 2015 war Kiellegung der RHEA – ein großer Tag für Sailing-Classics!

Endspurt! Der Bau der Rhea tritt in seine entscheidende und letzte Phase. Bis Mitte/Ende Januar soll der Rumpf mit Einbauten fertiggestellt sein, so dass das Schiff aus der Halle kommt. Es bekommt dann Masten und den Kiel, Einwässerung mit dem Hublift und dann soll es – so langsam – in Richtung Probebetrieb (März) gehen.

Was steckt hinter den Namen KAIROS, CHRONOS UND RHEA?

In der griechischen Mythologie war RHEA die Göttinmutter und Frau des KRONOS. Der Begriff «Chronos» symbolisiert den fortwährenden Gang der Dinge, also den Zeitbegriff. Kronos – der Vater des Zeus – soll Angst davor gehabt haben, dass seine Kinder ihm zu mächtig werden würden. Deshalb soll er diese alle aus Vorsicht aufgefressen haben. Nur beim Jüngsten sorgte RHEA dafür, dass er anstelle des Zeus einen Stein verschluckte. Als er diesen später erbrach, war Zeus schon zu mächtig und wurde der höchste aller Götter. In der griechischen Mythologie symbolisierte KAIRÓS den «günstigen Augenblick», „den es im richtigen Moment beim Schopf zu packen gilt”, so Andreas Seidel-Sailer.

Wermutstropfen!

Seit drei Jahren dürfen in Bodrum keine Segelschoner mehr unter europäischer Fahne «Blaue Reisen» anbieten. Dieses Angebot unterbreiten ausschliesslich türkische Reeder in Bodrum wie zum Beispiel Bodrums einziger weiblicher Kapitän Nazan Corta auf ihrem prachtvollen Gulet Princess Nazan Deniz. Andreas Seidel-Stailer sagt: „Bodrum ist wunderschön, aber die Welt hat noch viel mehr tolle Meere zu bieten. Das sehe ich entspannt. Ich bin glücklich, dass ich meine Segel-Yachten in Bodrum bauen lassen kann, denn das ist wie gesagt entschieden günstiger als in Deutschland oder in den Niederlanden und ermöglicht uns, unseren Passagieren faire Preise und Angebote unterbreiten zu können.“

Traum-Angebot von Sailing Classics

In Deutschland, Österreich und in der Schweiz ist es inzwischen ziemlich herbstlich und frisch. Wer jetzt dem Winter entrinnen möchte, kann ein tolles Angebot wahrnehmen. Das Angebot gilt nur bei Buchung bis zum 10. November 2016!

Karibik mit 10% Extra-Nachlass bei Buchung bis 10.11.2016

Für alle Karibik-Segel-Reisen mit der KAIRÓS und CHRONOS, die vor dem 03.04.2017 stattfinden, gibt es einen Extra-Nachlass von 10 Prozent! Nur gültig bei Buchung bis zum 10.11.2016.

Freuen Sie sich auf die KAIRÓS in den British Virgin Islands – 60 Inseln und Inselchen rund um den geschützten Sir Francis Drake Channel mit den Hauptinseln Tortola, Virgin Gorda, Jost van Dyke und Anegada, dem berühmten Bitter End Yacht Club, dem Nationalgetränk Pain Killer und und und….

Oder ab Februar nach Antigua – Barbuda – St. Barth (das „St. Tropez der Karibik“) – Saba (mit dem höchsten Berg der Niederlande) – St. Kitts/Nevis – Montserrat und Guadeloupe.

Oder auf die CHRONOS in die Grenadinen zum berühmten Horseshoe Reef und weiter bis nach St. Lucia oder Martinique.

Ausflug-Tipp für alle Bodrum-Touristen

Das Schifffahrtsmuseum von Bodrum

Im Zentrum von Bodrum in der Çarşı District Nazım Hikmet Str. No:4/1 wurde vor fünf Jahren das Bodrumer Meeresmuseum (Bodrum Deniz Müzesi) eröffnet. Das Projekt wurde unter der Leitung der Bodrumer Seehandelskammer und der Bodrumer Seeleute-Organisation realisiert. Schirmherr war Bodrums Bürgermeister Mehmet Kocadon. Rund 85 Schiffsmodelle – vom kleinesten Ruderboot bis zu den großen neuzeitigen Luxus-Gulets sind ausgestellt. Alle Modell wurden Ali Kemal Denizaslani in akribischer Detailarbeit hergestellt.

Ziel des Museums ist es, einen Überblick über die mehr als dreitausendjährige Geschichte des Schiffbaus im Raum Bodrum, dem einstigen griechischen Halikarnassos, zu geben. Viele historische Dokumente über die maritime Vergangenheit haben in den Räumen des Museums einen würdigen Platz gefunden. Insbesondere werden auch die mit den Booten und Schiffen verknüpften Berufe des Fischfangs, der Schwammtaucherei und des Warentransportes an der Küste dargestellt und erklärt. Die maritime Kultur der Region wird auf eindrucksvolle Weise widergespiegelt. Besonders die Professionalität bei der Konstruktion und Herstellung der Modellboote im Kleinen wie der großen Schiffe wird dem staunenden Besucher vermittelt.

Die Ursprünge der Seefahrt um Bodrum gehen weit in die Antike und noch weiter bis in die Bronzezeit zurück. Bereits in dieser Zeit lebte die Piraterie. Karer, die das Gebiet zusammen mit den Lelegern besiedelten, waren erfahren Seefahrer. Der Einfluss der Minoer und der Kreter ist nachgewiesen. Die Mykener waren fleißige Händler, die die Küste bis Izmir mit ihren Schiffen ansteuerten. Bekannt ist außerdem, dass Schiffe aus Bodrum – dem früheren griechischen Halikarnassos – als Teil der persischen Flotte an der Seeschlacht von Salamis teilgenommen hatten. Drei berühmte „Admirale“, von denen zwei Frauen waren, kamen aus Bodrum: Artemisia I (5. Jahrhundert v.Chr.), die mit fünf Schiffen bei Salamis mitkämpfte; Artemisia II (4. Jahrhundert v.Chr.), die mit zum Sieg gegen die Rhodier vor Halikarnassos beitrug und danach Rhodos eroberte; und Turgut Reis (1485-1565), einer der berühmtesten osmanischen Korsaren (Admirale), der allerdings vor Malta scheiterte. Nach ihm ist eine Gemeinde in Bodrum benannt – Turgutreis!

Zum Abschluss noch ein kleines Geschenk

Lass dich mit diesem Video von Kai Lehmann ein wenig zum Träumen verführen. Geniesse für einige Minuten das Gefühl von Freiheit und Lebensfreude pur an Bord der Chronos. Klick einfach auf den Titel: «Hey Man, this is sailors paradise, you know…» und schon stechen wir gemeinsam in See stechen.

 

 

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