Tote Tiere im Container zu entsorgen ist normal in Bodrum – dem St. Tropez der Türkei!

© Jacqueline Jane Bartels
Das linke Ohr gespitzt, die Nase voller Sand, die Vorläufe ausgestreckt mit blinzelnden Augen: Meinem Bär Gümüş geht es wunderprächtig...

80 Hunde wurden dieser Tage vergiftet!

Camel Beach-Liebling Gümüş traf eine Kugel tödlich…

Egal wo in der Türkei: Hunde und Katzen sind ein echtes Problem. Touristen, die gern ihre Haustiere aus dem Ausland mitbringen und bei der Rückreise hier zurück lassen. Wenige Einheimische, die grosse Freude mit einem Welpen haben und spätestens nach einem halben Jahr begreifen: Macht Arbeit und kostet richtig teuer.

Maria Rochholz setzt sich seit wenigstens zehn Jahren engagiert dafür ein, dass Bodrums Strassenhunde kastriert werden: "Nur so bekommen wir die wilde Population in Griff. Je weniger Fortpflanzung, desto weniger Morde an unseren wunderbaren Geschöpfen..."
Maria Rochholz setzt sich seit wenigstens zehn Jahren engagiert dafür ein, dass Bodrums Strassenhunde von Veterinären kostenlos kastriert werden.

Aktuell sind Bodrums Tierheime in Torba- und Turgutreis hoffnungslos überlaufen. Rund 1.200 Hunde mühen sich auf engstem Raum. Maria Rochholz vom Berliner Tierschutzverein, die sich seit Jahren für das Tierheim in Turgutreis engagiert sagt: „Strays (Strassenhunde) werden regelmässig in Bodrum ermordet, obwohl der Paragraph 5199 besteht und das klar verbietet. Den Teufelskreis kann man nur auf humane Weise unterbrechen, in dem Hündinnen und Rüden konsequent kastriert werden – das gilt für ALLE HUNDE –auch die eigenen Haustiere sollten kastriert werden. Das ist eine enorme Aufgabe! Die Tierheime arbeiten mit Veterinären zusammen, welche Kastration für Hunde kostenlos durchführen. Anstatt die Hunde zu vergiften oder zu erschiessen, sollten alle dazu beitragen, die Hunde vorbei zu bringen und kastrieren zu lassen. Somit würden wir dauerhaft das Problem der unkontrollierten Vermehrung von Hunden und Katzen in den Griff bekommen.“

Tatsächlich. Der starken Überpopulation sehen sich vor allem Strand-Restaurant-Besitzer und Hoteliers machtlos ausgeliefert. Pünktlich zu der schleppend beginnenden Saison, herrscht Selbstjustiz in Bodrum. Aktuell wurden mal wieder rund 80 Strassenhunde mit Giftködern getötet. Das Rattengift, das leicht zu bekommen ist, lässt die Tiere schmerzvoll innerlich verbluten. Andere greifen nachts zum Gewehr und halten auf alles was sich bewegt was mehr als zwei Beine hat und drücken ab. Wen interessieren Gesetze hier, wo die Gemeinde kläglich versagt? Sonntag Nacht traf eine Kugel meinen geliebten Hund Gümüş tödlich – und das in seinem Revier, in dem er mehr als zehn Jahre zu Hause war!

Kulturverständigung mal anders

Im tiesten Schmerz prangerte ich auf meiner Facebook-Seite an, dass mein Hund einfach im Container entsorgt wurde anstatt mich umgehend zu informieren. Doch die Einheimischen fragen sich in solchen Augenblicken eher: Was tun, mit den toten Tieren am Strand, am Wegesrand oder direkt vorm Restaurant oder gar Hotel? Bei meinen Recherchen wurde ich einmal mehr damit konfrontiert, dass ich als Europäerin viel zu viel voraussetze. Krematorien gibt es selten in der Türkei. In Bodrum schon gar nicht. Rechtsanwältin Gülay Kamran Kaplan in Bitez weiss: „Wer ein Familien-Grab besitzt kann beantragen, dass sein Hund dort die letzte Ruhe findet. Ein totes Tier in der Natur vergraben ist hier genauso verboten wie in Deutschland. Deshalb wissen sich viele nicht anders zu helfen, als die Tiere in Müllcontainern zu ,entsorgen‘, die dann mit dem Hausmüll auf einer Müll-Deponie landen. Gerade vergangene Woche brannte mal wieder eine Mülldeponie in Gündoğan Bodrum aufgrund viel zu hoher Mentan-Gase.“

Seit 25 Jahren wird hier der Müll unsortiert entsorgt. Plastik, Batterien, Schrott, Lebensmittel und eben Haustiere. Gigantische Metan-Gase bilden sich seit Jahrzehnten, die vor allem in den Sommermonaten regelmässig Brände auslösen. Türkische Journalisten warnen immer wieder und fordern Bodrums Bürgermeister Mehmet Kocadon auf, endlich eine innovative Müllaufbereitungsanlage bauen zu lassen. Bulut Akbulut weiss: „Mein Vater hat sich vor zehn Jahren mit einem deutschen Unternehmen darum bemüht, so eine Anlage in Bodrum zu bauen. Die Anträge wurden abgelehnt nach dem Motto: So was brauchen wir in Bodrum doch nicht.“ Dabei hat sich die Einwohnerzahl von 2009 bis heute verfünffacht! Waren es 2009 noch 32’000 Einwohner, sind es aktuell 156’000! Entsprechend ist die Entwicklung des Mülls. In den Sommermonaten kommen weitere fünf Millionen Touristen hinzu. Das Ausmass des Gestanks in unmittelbarer Nähe und die Giftgas-Entwicklung stellen ein arges Problem dar!

Bodrums Mülldeponie brennt immer wieder, weil der Müll ungefiltert hier landet. Zu hohe Metan-Gase entzünden sich mit der Sonneneinwirkung, und lassen die Mülldeponie brennen.
Bodrums Mülldeponie brennt immer wieder, weil der Müll ungefiltert hier landet. Zu hohe Metan-Gase entzünden sich mit der Sonneneinwirkung, und lassen die Mülldeponie brennen.

 

«Wir leisten Entwicklungsarbeit in Bodrum»

Highsociety und Dauer-Aufenthalter erwarten europäische Standards im St. Tropez der Türkei. Rechtsanwältin Gülay Kamran Kaplan resümiert: „Wir leisten in Bodrum Entwicklungsarbeit. Da die Einheimischen nie in die Welt reisen, wissen sie nichts über Kanalisation, innovative Wasser- und Müllaufbereitungsanlagen geschweige denn von vernünftigen Strassenbau! Allerdings wollen sie sich auch nichts sagen lassen. Es muss immer erst etwas passieren…“
Doch zurück zu meinem Liebling Gümüş, der so sinnlos aus dem Leben gerissen wurde.

Warum wurde Gümüş erschossen?

Die Nachricht über den Tod meines geliebten wilden Zausel Gümüş hat eine Flut von Reaktionen auf Facebook ausgelöst. Freundinnen und Freunde, die wundervolle zärtliche Gedichte schreiben, Gümüş porträtieren und mir via P.N. tröstende Trauerworte der Anteilnahme schicken, spontan zum Telefonhörer greifen und gemeinsam mit mir weinen. Selbst fremde Personen kommen direkt auf mich zu, nehmen mich spontan in den Arm und sagen: „Es tut mir so leid, JayJay…“

Copyright: Isabella Bakioglu
Diese wundervollen Porträts zeichnete Isabella Bakioglu und schickte sie mir per P.N. Beim Anblick dieser wundervollen Porträts meines wilden Zausel laufen mir weiterhin die Tränen übers Gesicht. Der Schmerz sitzt tief. Danke Dir von Herzen, liebste Isabella.

Bereits seit 2010 poste ich öffentlich über mein buntes Leben am Camel Beach mit ,meinem‘ wilden Zausel Gümüş und erst jetzt erfasse ich, warum uns beiden Freigeistern so viele Menschen täglich folgten. Wir waren halt immer ein wenig anders unterwegs als andere oder besser gesagt: Wir machten einfach das, wo von so viele täglich träumen: Leben. Einfach so. Den Augenblick geniessen. Sehen. Riechen. Spüren. Lieben. Leben. Teilen und eben auch los lassen können. Ich berichtete über Höhen und Tiefen. Ungeschminkt. Dennoch gibt es auch jene in meiner Freundschaftsliste, die mich aktuell auf Facebook an den Pranger stellen wollen. Unsinnig darauf näher einzugehen, denn Neid und Missgunst gehören im Dasein des Menschen dazu. Doch um mit gewissen Vorurteilen aufzuräumen, hier ein paar Fakten:

Gümüş gehörte mir nie allein! Er war ein Strassenhund – ein Wilder…

Auch wenn ich immer schrieb: «Mein wilder Zausel Gümüş», so gehörte mir der Racker nie allein. Er war es, der entschied:

„Frauchen, ich bin einfach gern bei dir. Du entfilzt und bürstest mein Fell, putzt mir die Ohren, reinigst meine Pfoten und sorgst stets für frisches Wasser und täglich zwei satte Mahlzeiten und prachtvollen Fleischknochen. Du verarztest meine Wunden, wenn ich mal wieder eine heftige blutige Keilerei mit irgend einem doofen Jungspund von Töle hatte. Im Winter darf ich in deiner Hütte pennen und du kneifst auch beide Augen zu, wenn ich mich mal in deinem Bettchen verirre und es komplett einsande – aber das mache ich ja nur, weil ich dich so gut riechen kann. Doch das Wichtigste ist: du lässt mich immer ziehen nur um mich wieder innigst zu begrüssen, wenn ich mal wieder ein paar Tage auf Brautschau war und brav zu dir zurückkehre. Du liebst Blumen und Bäume. Du liebst die Sonnenauf- und Untergänge am Camel Beach.

 

Du amüsierst dich über unsere freilaufenden Kühe und Kamele und du rettest so gar Spatzen, die aus dem Nest fallen und bringst sie zum Tierarzt. Echt. Manches Mal hab‘ ich gedacht: Einen kleinen Hau hat mein Frauchen ja schon weg, aber gerade deshalb lieb ich dich ja so. Da ist aber auch Yunus Kurubaş, der für das Efem Restaurant fünf lange Jahre arbeitete. Wenn du mal wieder in der Welt-Geschichte unterwegs warst, hat er nach mir geschaut. Gemeinsam haben wir so manche Nacht im Winter in seiner bescheidenen Behausung bei klirrender Kälte sein Bett geteilt und uns gegenseitig gewärmt. Er hat mir dein Futter gegeben. Gut, mit dem Wasser war immer so eine Sache, aber er war da! Genauso wie Chefkoch Ferdi vom Efem-Restaurant. Kochen kann der Kerl ja. So mancher Fisch und so manche Portion Köfte landete in meinem Fressnapf. Und als Yunus uns am Camel Beach verliess, da war es vor allem Ferdi, der für mich sorgte, wenn du mal wieder in der Weltgeschichte unterwegs warst. Weisst du Frauchen, du und ich, wir haben immer viele Begleiter. Sie sind da. Sie kümmern sich. Sie halten zu uns und halten so gar so manches Übel von uns fern. Soll ich dir mal was sagen: Ich fand es immer klasse, so viele Freunde mit dir gemeinsam zu teilen… Gehört habe ich aber keinem! Auch wenn Du mir regelmässig ein Halsband verpasst hast. Weiss schon, hast du nur gemacht, wegen dieser nervigen Zabita-Polizei. War ja auch gut so. Hat mir auch irgendwie gefallen zu wissen ein festes Dach über den Kopf zu haben. Aber trotzdem: Ich habe stets entschieden, mit wem ich wann wo sein wollte. Fühle dich glücklich, denn ich tue es: die letzten zwei Jahre gehörten dir und mir nahezu allein!“

Warum ich keine Anzeige erstatte?

Hier noch einmal die Fakten:

Von Mittwoch bis Samstag Abend vergangener Woche verbrachten Gümüş, Katzenlady Ginger und ich im Sommerhaus meiner Vermieterin in unmittelbarer Nähe des Camel Beach. Gümüş erfreute sich bester Gesundheit, ass mit gesegnetem Appetit, Ginger ärgerte ihn und mein Racker schlief nachts auf der Terrasse, während ich mich auf der Hollywood-Schaukel lang machte, nur um meiner Mini-Familie besonders nahe zu sein. Am Sonntag Morgen fuhr ich wieder in meine Stadtwohnung. Nachmittags machte eine meiner Freundinnen einen Strandspaziergang am Camel Beach und zeigte ihrem Freund, wo ich einst lebte in Villa Kunterbunt. Sie sah Gümüş vor dem Efem Restaurant im Schatten liegen. Der Betreiber des Efem-Restaurant war einst mein Vermieter am Camel Beach. Villa Kunterbunt gehört nämlich ihm. Später erzählte mir meine Freundin: „Der Lümmel döste vor sich hin und reagierte nicht weiter auf mich. Ich hatte aber auch kein Leckerli dabei und liess den Zausel einfach schlafen.“

Abends schickte mir besagte Freundin diese Fotos (siehe oben) und ich dachte leise bei mir: „Er wirkt traurig…“ Ja. Es war für uns beide eine Zerreissprobe in den letzten Wochen seit dem ich in der Stadt wohne und nur noch an den Wochenenden am Camel Beach bin. Mal bin ich da. Mal bin ich weg. Früher kein Problem, denn er wusste stets, ich kehre in Villa Kunterbunt zurück. Doch mit meinem Auszug spürte er: „Meine Basis ist weg. Frauchen weg. Heim weg. Wie weiter?“ Es hat mir jedes Mal wieder das Herz zerrissen, Gümüş zurück zu lassen, doch er wollte mir nicht in die Stadt folgen. Sein Platz war am Camel Beach. Beide mussten wir lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Das fiel uns beiden verdammt schwer. Ich vermisse mein altes Leben sehr! Vor allem die Ruhe und die zahlreichen Inspirationen zum Schreiben, wenngleich mir die Themen ja nie ausgehen.

Ich plagte mich gerade mit der Telekom am Montag Nachmittag herum, als mir mein Freund Yunus Kurubaş aus London eine Whats App-Nachricht schickte: „JayJay, did you hear, Gümüs has been shot?.“ Wie im Trancezustand rief ich panikartig meinen Freund Rashit an, der in Ortakent ein Hamam betreibt. Er liess augenblicklich alles stehen und liegen und begleitete mich zum Efem Restaurant. Yunus informierte mich mit weiteren What’s App-Nachrichten: „Sie haben Gümüs einfach im Müllcontainer entsorgt. Stell‘ Dir das mal vor? Ich fasse es nicht…“ Dann: „Angeblich soll Hüseyin vom Restaurant Akpınar den Hund erschossen haben. Sein Hund soll mit Gümüs einen erbitterten Kampf gehabt haben…“

Vorort frage ich die Kellner des Efem-Restaurants: „Wo ist Gümüs? Was ist passiert? Wer hat ihn erschossen?“ Betretenes Schweigen. Rasit spricht den Restaurant-Inhaber und meinen ehemaligen Vermieter Bekir an, der uns aggressiv auffordert, seinen Grund und Boden zu verlassen, dabei gehört der Strand allen Menschen! Wilde Diskussionen entstehen. Ich sage zu Rasit: „Komm. Mit diesem Idioten zu reden führt zu gar nichts. Lass uns zum Restaurant Akpınar gehen. Ich möchte wissen, wie die auf Bekirs Behauptungen reagieren.“

Freundlich und vertraut werden wir hier begrüsst. Wir fragen. „Wo ist Gümüs?“ Chefkoch Mehmet antwortet: „Der liegt bestimmt im Schatten vom Efem Restaurant…“ Rasit fragt Kassenwart Hüseyin direkt: „Hast du Gümüs letzte Nacht erschossen?“ Alle Augen richten sich auf uns. Geschockt kontert Hüseyin: „Geht’s Euch noch gut? Ich bin selber Hundebesitzer. Wie könnte ich Gümüs töten? So ein Unfug. Was ist passiert?“ Wir gehen in Frieden und Freundschaft und Rasit und ich sind uns sicher: Das Restaurant Akpınar hat nichts mit dem Tod von Gümüs zu tun.

Später bestätigt einer der Mitarbeiter des Efem Restaurants: „Ja, Bekir hat uns beauftragt Gümüs in eine Plastikplane zu wickeln und im Container zu entsorgen. Das war so gegen 7 Uhr morgens. Um 8.30 Uhr wurden die Müllcontainer bereits geleert.“

Efem Restaurant-Betreiber Bekir anzeigen?

Sinnlos. Er würde sagen: „Warum soll ich meinen eigenen Hund töten?“, denn schliesslich war der Hund hier unbestritten mehr als zehn Jahre zu Hause. Auch das mag ich gern glauben. Dennoch war ich bei der Polizei in Umurca und habe den Fall vorgetragen. Antwort: „Machen Sie sich nicht unglücklich. Sie können nichts beweisen und das tote Tier ist bereits entsorgt worden. Das er im Container entsorgt wurde, können Sie ebenfalls nicht beweisen. Die Kellner werden keine Aussage machen. Finden Sie Frieden. Wir können nichts für Sie tun. Es tut uns leid…“

Ja, so geht es in der Türkei zu. Die Gegebenheiten sind für Europäer gewöhnungsbedürftig. In so fern gebe ich der Kanzlei Kaplan Recht: Bodrum bedeutet vor allem Entwicklungsarbeit.

Nein, ich will nicht glauben, das mein einstiger Freund und Vermieter Bekir Gümüs auf dem Gewissen haben soll. Doch ich nehme es ihm in der Tat übel, dass unsere persönlichen Differenzen in der Vergangenheit dazu führten, dass er seinen Mitarbeitern verboten hat mich zu informieren, um von meinem treuen Freund Gümüs Abschied nehmen zu können. Ich nehme es ihm übel, dass ich ihn nicht ordentlich beisetzen konnte. Die Vorstellung, dass mein geliebter Hund wie ein Stück Dreck im Müllcontainer entsorgt wurde, zerreisst mir das Herz. Doch die Einfallslosigkeit spiegelt das Dasein vieler Ur-Einheimischer exemplarisch wider. Ich bin es, die in solchen Momenten gefordert ist, viel, viel, viel einfacher zu denken. Das gelingt mir nach zwei einhalb Jahren immer wieder sehr gut, doch in solchen Momenten spontan so gar nicht!

Und nein, ich nehme es Bekirs Mitarbeitern nicht übel, dass sie Yunus und mich so spät informierten. Sie bangen um ihre Jobs und diese sind aktuell Mangelware in Bodrum weil der Tourismus nicht anlaufen will. Zahlreiche Hotels öffnen erst gar nicht, viele stehen zum Verkauf. Das Selbe gilt für Restaurant-Betreiber. Nein. Ich mache diesen Jungs keinerlei Vorwürfe. Und es gibt für mich auch gar keinen Grund, hier Namen Preis geben zu wollen.

Der Strandjunge, der das letzte Foto von Gümüş machte, welches Gümüş angeschossen zeigt, ist gerade mal 18 Jahre alt. Meine Fassungslosigkeit über so viel Stumpfheit und Irrsinn richtet sich ausschliesslich gegen meinen ehemaligen Vermieter und Efem-Restaurant-Betreiber Bekir.

Ich habe meinen Frieden gefunden. Die Erinnerungen an die vielen Jahre mit Gümüs kann mir keiner nehmen und da mögen jetzt manche Freundinnen wie Hyänen über mich herfallen und mich öffentlich auf Facebook an den Pranger stellen, weil ich doch tatsächlich diesen Montag auf meiner Facebook-Seite über den Tod meines Hundes berichtete. Es bleibt meine Entscheidung: Egal wie sehr mich der Verlust ,meines‘ Hundes trifft, eine Anzeige auf Unbekannt macht in diesem Fall keinen Sinn denn Gemüş gehörte nur sich selbst. Meine öffentliche Empörung darüber meinen Hund wie ein Stück Dreck im Müllcontainer entsorgt zu haben steht mir frei und vor allem zu.

Wer zukünftig meint, mir vorschreiben zu wollen, was ich auf meiner Seite posten darf und was nicht, der soll doch bitte sein Facebook-Abo oder die Freundschaft auflösen. Wer mich beleidigt oder übel nachredet, den lösche oder blockiere ich ohne sinnlose Grundsatz-Diskussionen. Ich erlaube mir kein Urteil über andere Menschen. Ich bemühe mich stets um Sachlichkeit. Diesen Montag konnte und wollte mir das nicht immer gelingen. Das ist kein Grund, mich jetzt öffentlich zu beschmutzen.

Ich trauere weiterhin schwer um meinen wilden Zausel Gümüş! Trotz meines Schmerzes werde ich jetzt erst Recht weiterhin öffentlich meine Geschichten erzählen und mit den Menschen teilen, die sie gern lesen, denn das bleibt ja jedem unbenommen selbst überlassen zu entscheiden, was er lesen oder nicht lesen mag.

Love and Peace!

 

 

 

 

 

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1 Comment

  • Es tut mir so leid. Aber ich glaube er hatte ein erfüllteres Leben als so mancher Hund hier in Deutschland oder anderswo. Er war frei und du hast ihm seine Freitheit und seine Heimat gelassen. Und nebenbei hattet ihr eine wunderschöne Zeit zusammen, so kurz sie auch sein mag, so lange wird sie dir im Gedanken wären.
    Ich kann das persönlich auch gut nachvollziehen, weil – zwar nicht so tragisch -, aber ähnlich erlebt. Und diese Hündin begleitete mich über 10 Jahre.
    Es komme bessere Tage, aber ihr beide seit für immer miteinander vereint, das kann euch niemand nehmen. Davon bin ich überzeugt.

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