Siegt die Doppelmoral?

Quelle: unbekannt
Serie: 2. Folge

Türkische Männer haben Angst vor ihren Frauen…

Hoch lebe die Doppelmoral, oder wie war das noch mal?

Ich muss immer schmunzeln, wenn ich an meinen Bekannten Tayfun A. (56) denke. Inzwischen ist er Rentner. Ein Mann mit dem Herzen am rechten Fleck. Wann immer er mich sieht, fliesst er förmlich dahin. Seine Liebesbeschwörungen sind oftmals anstrengend – vor allem wenn er ein Glas Rakı zu viel getrunken hat. „Çok ahip“ (grosse Schande) konter‘ ich dann ziemlich energisch. Doch Tayfun, lacht dann gern ein wenig dreckig und haut den unfassbaren Satz raus: „Du weisst doch, wie sehr ich dich begehre? Wieso können wir nicht einfach ein bisschen Spass haben?“
Grmmmpffff. Er spürt jedes Mal, dass mich das innerlich nur noch mehr empört. Allerdings mache ich gute Miene zum absurden Spiel. Mal um mal antworte ich das selbe: „Na komm, Tayfun, fragen wir deine Frau. Vielleicht möchte sie ja auch ein bisschen Spass mit meinem besten Freund Michael haben? Was meinst du?“
Das trifft den Bären von Mann stets empfindlich: „Meine Frau ist nicht so eine…“
Aber ich, oder wie jetzt?
„Nein, nein. Dreh mir die Worte nicht im Mund um. Meine Frau würde mich nie betrügen. Niemals. Sie liebt mich.“ Aha! Da wäre ich gar nie drauf gekommen…
Wenn ich dann nachhake: „Aber du betrügst deine Frau mit anderen Frauen und das ist okay für dich?“, dann antwortet Tayfun jedes Mal gleich verärgert: „Das ist doch ganz was anderes. Ausserdem weiss sie das ja nicht.“
Der Höhepunkt des Schlagabtauschs endet dann immer mit seinem Satz: „Ihr europäischen Frau liebt doch den Spass mit uns Türken.” Größenwahn oder verkehrte Welt? Tayfun ist seit 35 Jahren verheiratet und hat zwei fast erwachsene Söhne.
Mein Fazit: Der Spass mit einem deutschen, italienischen oder französischen Mann ist auch ganz unterhaltsam. Im Ernst: Mich ärgert diese Doppelmoral. Und nein, das ist kein türkisches Phänomen der Männer. Es ist grundsätzlich ein Phänomen der Männer. Weltweit! Und vermutlich ist es rein biologisch so gar zu erklären: Fliesst die Hirnmasse in den Penis, dann ist es mit der Moral dahin. Und welcher dieser Männer nimmt die Religion schon mit ins Bett, die er zu Hause Frau und Tochter predigt?

Europäische Frauen muss man nicht gleich heiraten

Warum denken türkische Männer eigentlich: „Europäische Frauen sind unkomplizierter? Mit denen kann man Spass haben ohne gleich heiraten zu müssen!“ Ist das ein Kompliment? Oder eine Degradierung der europäischen Frau? Das liegt im Auge des Betrachters. Sicherlich. Aufgrund meiner Lebensjahre mischt sich da zweifelsohne ein fahler Beigeschmack bei.

Als die ersten Gastarbeiter 1961 nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz kamen, muss es für die jungen Männer ein wahrer Kulturschock  gewesen sein, als sie plötzlich damit konfrontiert wurden, dass europäische Frauen Sex nicht länger tabuisieren und etwa nur als Fortpflanzung ansahen, sondern offensichtlich Gefallen an Sex fanden, darüber redeten und vor allem Sex lebten. Europa war die Pille beschert und die körperliche Liebe wurde so für europäische Frauen und Männer ein Stück neu erworbener Freiheit. Die Hippie-Zeit, 68-er Studenten-Bewegung, dass alles modernisierte das truschige und beschauliche Nachkriegs-Europa.

Allerdings: Der Beischlaf hat mit Empfindungen zu tun. Wenigstens für uns Frauen. Deshalb frage ich mich, was läuft hier eigentlich derart aus dem Ruder? Animieren Väter ihre Söhne: „Stoss dir die Hörner an einer Europäerin ab? Geheiratet wird aber eine Türkin“, während die selben Väter ihren Töchtern predigen: „Bilde dich in jungen Jahren, später wirst du eh heiraten?“

Mag sein, dass ich jetzt arg polarisiere, aber ich lebe nun mal im St. Tropez der Ägäis und das was ich hier erlebe füllt Romane. Der türkische Mann kommt dabei oftmals sehr schlecht weg. Dafür gehört mein ganzer Respekt so mancher türkischen Frau. Da ist zum Beispiel Ayşe H. (43) vom Schwarzen Meer, verheiratet mit einem ehemaligen notorischen Fremdgänger. Mutter von fünf Kindern. Mit ihrem Fleiss hat sie drei Mantı-Restaurants in Bodrum eröffnet. Sie führt eine Produktionsstätte für Gözmele und Mantı und beliefert damit 5-7-Sterne Hotels und Feinkost-Geschäfte in Bodrum. Und als wenn das nicht schon genug wäre, steht sie jeden Tag auf einem anderen Markt und verkauft ihre handgemachten Produkte. Ja. Ausnahmen bestätigen immer wieder die Regel. Doch je grösser die Macht um und rund um den Präsidenten des Landes wurde, desto grösser wird der Wahnsinn der Doppel-Moralisten. Und das, das kotzt mich gewaltig an.

Nein. Ich bin keine Feministin. Nein, ich bin keine Emanze. Nein, ich habe keinen Freund. Ja, ich war zweimal verheiratet. Mit einem Deutschen. Mit einem Türken. Und nein, ich bin erst nach meiner Scheidung in die Türkei ausgewandert und das mit 48! Nein, ich gehöre seit 25 Jahren keiner Religion mehr an. Ich bin eine deutsche Frau aus der Schweiz kommend, mit italienischen und preussischen Wurzeln die hier lebt, weil ihr das Klima bekommt und weil sie das Land Türkei nun einmal mit seiner ganzen Geschichte über alles liebt. Und ja, ich bin ein Fan Atatürks, der den Türken eine Identität schenkte. Ja, ich liebe das türkische Volk mit all‘ dem Chaos das hier herrscht, denn ich kenne kaum ein Volk, das so fleissig, liebevoll, gastfreundlich und humorvoll ist wie das türkische und das trotz fehlender klar erkennbarer Strukturen sein Land stetig voran bringt.

Die Pille revolutionierte Europa. Verändert das digitale Zeitalter die Türkei? Oder ist es der neue Einfluss religiös geführter Schulen?

Rückblick: Ja, meine kleinen Beobachtungen in der Türkei lösen viele Gedanken in mir aus und zwangsläufig muss ich an meine sehr deutsche Kinder- und Teenager-Zeit denken. Ich erinnere mich gut daran, dass mein Vater ein preussischer Patriarch der Familie war. Er duldete keine Diskussionen, die seine Haltung in Frage stellte. Sein Wort musste für uns Töchter Gesetz sein.

Heute ist mein Vater inzwischen ein älterer Herr von 72 Jahren. Papa dreier Töchter aus erster Ehe, zweier Söhne aus zweiter Ehe und Grossvater dreier Enkeltöchter und eines Enkelsohnes. Er war damals Bundeswehrsoldat als er meiner italienischen Mama irgendwo zwischen Genua und Ulm im Zug begegnete. Tja. Ich sollte das Produkt ihrer fruchtbaren Liebe werden. Man könnte auch sagen: Ein klassischer «Unfall» dieser Zeit!

So schnell konnte so manch‘ junger Mann 1965 nicht schauen, wie die katholische Schwiegermutter und die katholische Mutter dafür sorgten, dass alles seine rechte Ordnung fand. Der vermeintliche «süsse Unfall» sollte in der spießigen Nachbarschaft zu keinem Zeitpunkt Anlass zur Schande geben können. In wenigen Tagen fand unter dem Deckmänntelchen Hochzeit alles seine ehrbare Berechtigung noch ehe der Nachbar unnötigen Verdacht schöpfen konnte.

Ein Kind der Liebe…

23 Jahre später erklärte Papa meinen 110 Hochzeitsgästen in der tiefsten Lüneburger Heide in seiner Ansprache: „JayJay ist mein grösster Stolz. Sie ist ein Kind der Liebe! Und wenn die Mücke im Wald nicht im entscheidenden Moment zugestochen hätte, ja – dann gäbe es diese Pracht-Tochter gar nicht.“ Mir blieb vor lauter Fassungslosigkeit über so viel unnötig ausgesprochener Wahrheit ein Stück Fleisch im Hals stecken. Ich musste wie verrückt husten, glaubte zu ersticken, während mir mein Bräutigam unaufhörlich kräftig auf den Rücken schlug. Mit hochroten Kopf sass ich da und lauschte wie im Trancezustand dem nicht enden wollenden Applaus. Ich kann Euch sagen: Ich fühlte mich bis auf die Knochen blamiert und dachte nur: „Lieber Gott, bitte, bitte, bitte, öffnen den Erdboden und lass mich augenblicklich verschwinden.“

Während sich meine Hochzeitsgäste noch kräftig auf die Schenkel klopften und schallend lachten, Frauen und Männer gleichermassen immer wieder „Bravo, Bravo!“ riefen, zogen Papas Erziehungsmethoden wie ein nicht enden wollender Film in meinen Kopf Revue.

Papa, was ist die Antibabypille?

Es war ein Samstag. Papas einziger freier Tag in der Woche. Meine elf Monate jüngere Schwester, meine Eltern und ich sassen am reichlich gedeckten Frühstückstisch. Ich war knapp fünf Jahre alt. Unser Nesthäkchen lag quäkend mit einem halben Jahr im Kinderwagen. Missmutig sagte mein Vater zu meiner Mutter: „Eins sage ich dir, wenn unsere Töchter das elfte Lebensjahr erreicht haben, bekommen sie die Antibabypille verschrieben.“

Das war 1972! Also zwölf Jahre nachdem das meist verkaufte Verhütungsmittel in den westlichen Ländern auf den Markt eingeführt wurde. Immerhin bin ich im Wonnemonat Mai 1965 gezeugt worden. Volljährig war eine Frau zu dieser Zeit erst mit 21 Jahren. Meine Mama war 20ig als sie „in Hoffnung“ geriet. So nannten die Mütter das damals gern. Wollte ein Mädchen vor ihrer Volljährigkeit die Antibabypille, brauchte sie die schriftliche Einwilligung beider Eltern!

Trotzdem stelle ich heute nüchtern fest: Was für eine revolutionäre Einsicht meines Vaters. Kondome gab es bereits seit 1870. Drei Töchter weiter und dann diese vorwurfsvolle Selbsterkenntnis ganz nach dem Motto: Was ich verbockt habe, soll meinen Töchtern an Erfahrung später erspart bleiben! Spätestens als ich meine Menstruation mit elf Jahren das erste Mal hatte, war von der Antibabypille garantiert nicht mehr die Rede. Im Gegenteil. Ich schoss in die Höhe, bekam Brüste und einen „ausladenden Hintern“. Fortan durfte ich auf keiner Geburtstagsparty länger als bis 22 Uhr bleiben. Und ja, ich wurde stets von meiner Mama mit dem Auto von der Party abgeholt.

Wie auch immer: Während sich meine Hochzeitsgäste fröhlich zu prosteten und nach Papas Hochzeitsrede meinen Schwiegervater feucht fröhlich und lautstark aufforderten, seine festliche Rede für seinen Sohn zu halten, schweiften meine Gedanken erneut ab. Ich erinnerte mich an die nächste krisenvolle Situation zwischen Vater und Tochter, die sich zum 1. Mai 1980 abspielte. Ich war zarte 14!

Mein erster Maibaum war auch mein letzter!

Wir lebten damals in der 800-Seelen-Gemeinde Ohlendorf im Kreis Seevetal im tiefsten Niedersachsen. Schützenfeste, Osterfeuer, St. Martinstag, Karneval – all‘ diese fröhlichen Festlichkeiten prägten meine Kindheit und Jugend auf dem Lande. Ein Brauch ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben! Dank Papa. Wochenlang vorher tuschelten die Mädchen unter vorgehaltener Hand auf den Pausenhöfen: Wer von uns bekommt in diesem Jahr einen Maibaum unter das Fenster gestellt? Eine wunderschöne uralte Tradition, um der Auserwählten mit einer frisch geschlagenen jungen Birke mit vielen bunten Bändern versehen zum Ausdruck zu bringen: „Ich mag dich.“

Ich besuchte das Gymnasium im sieben Kilometer entfernten Hittfeld und ein Junge gefiel mir ganz besonders gut. Lars! Er war damals schon 17! Also steinalt. Meine pubertierende Neugierde für Lars war sicherlich harmlos. Lars grüsste mich immer sehr fröhlich, wann immer wir uns zufällig begegneten. Er wohnte im selben Dorf. Lars war mit 1.90 Meter riesig, hatte volles dunkles, gelocktes Haar und ein markantes Gesicht. Im vollen Schulbus stand Lars stets auf und überliess mir seinen Platz. Auf dem Pausenhof tauschten wir schon mal die Butterbrote. Und wenn wir den Bus verpassten, machten wir uns gemeinsam auf den Heimweg während er meinen gelben Tornister trug. Mama, meine beste Freundin in dieser Zeit, wusste natürlich Bescheid. Und dann passierte etwas, was mein ganzes Vaterbild damals schwer erschüttern sollte.

Maibaum: Ein frisch geschlagene Birke, meist einjährig, wird mit bunten Bändern geschmückt und der Liebsten in der Nacht zum 1. Mai vor die Haustüre oder unter ihr Fenster gestellt.
Maibaum: Eine frisch geschlagene Birke, meist einjährig, wird mit bunten Bändern geschmückt und der Liebsten in der Nacht zum 1. Mai unter das Fenster gestellt.

In der Nacht zum 1. Mai nahm ich vor meinem Jugendzimmer Geraschel wahr. Meine Eltern hatten ihr Schlafzimmer direkt neben meinem Zimmer. Ich hörte, wie Papa mit einem Satz aus dem Bett sprang, in den Flur eilte und den Gewehrschrank öffnete. Ich ahnte fürchterliches. Mein Herz schlug wie verrückt. Ich riss die Gardinen beiseite, um den Unbekannten zu warnen. Plötzlich sah ich in Lars Augen. Alles ging so schnell. Während Lars sich mit der bunt geschmückten jungen aber schweren Birke abmühte, hörte ich auch schon meinen Vater durch die Nacht brüllen: „Pack deine Birke und lass dich hier nie wieder blicken sonst knallt es“, und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, setzte er mit seiner Schrotflinte einen Warnschuss in den Himmel frei.

Lars war weg. Für immer. Das Schlimmste an dieser Geschichte für mich als pubertierender Teenie: Jeder, aber auch wirklich jeder im Dorf und sieben Dörfer weiter kannte diese Geschichte! Bis zu meinem 18. Lebensjahr interessierte sich kein Kerl mehr für mich!!!

Während Vater und Schwiegervater um die beste Hochzeit-Ansprache buhlten, wurde mir bewusst, dass mein Vater des Rätsels Lösung nach so vielen Jahren in seiner Hochzeitsrede selber Preis gab: Er war als junger Mann ein Schürzenjäger durch und durch. Mein Papa hat sicherlich nichts anbrennen lassen. Er empfand das vermutlich als ziemlich normal. Meine Mama gar nicht. Die war oft traurig. Mich hat das in dieser Zeit immer nur empört.
Fazit: Mein Vater wollte mich vor all‘ diesen Jünglingen schützen, die aus seiner eigenen Sichtweise garantiert alle genau so funktionieren mussten wie er nun mal in jungen Jahren unterwegs war.

Heute, inzwischen selbst eine gestandene Frau von 49 Lenzen muss ich über diese Begebenheiten schmunzeln, aber damals war ich einfach nur wütend und zog mich oft in die Schmoll-Ecke zurück. Doch meine Mama war streng mit mir. Sie zwang mich immer wieder mit meinem Vater in den Dialog einzusteigen. Das war nicht immer einfach. Wahrlich nicht. Doch es hat sich gelohnt! Hier in der Türkei werde ich oft an diese patriarchische Zeit europäischer Männer erinnert.

Zivilrecht: Seit 2002 hat der türkische Mann nicht mehr das letzte Wort in der Familie!

Die Spuren des europäischen Patriarchats sind 2015 verblasst. Und auch in der Türkei tut sich etwas. Die türkische Zivilrechtsreform trat am 1. Januar 2002 neu in Kraft und beinhaltet das Ziel, die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu verwirklichen und sich an europäische Standards anzupassen. So ist der Ehemann nach neuem türkischen Zivilgesetzbuch im Gegensatz zum ehemaligen Recht nicht mehr das Oberhaupt der Familie. Er hat nicht mehr das Recht, den Wohnsitz der Familie festzulegen oder seine Zustimmung für die berufliche Tätigkeit seiner Ehefrau zu erteilen. Bei der elterlichen Sorge, in der beide Elternteile das Recht und die Pflicht zur Sorge tragen, hat der Vater seit der Reform nicht mehr das letzte Wort bei Unstimmigkeiten. Halleluja. Und wie ist es wirklich?

Quelle: unbekannt
Quelle: unbekannt

Auf Facebook sind unzählige deutsch-türkische Gruppen wie beispielsweise die sympathische Deutsch-Türkische-Freundschaft. Es geht stets humorvoll, sachlich und fair zu. Ganz gleich welcher Partei angehörend. Frauen und Männer diskutieren auf Augenhöhe. Ausnahmen wie Fatma (34)  aus Stadthagen sind wahrlich die Ausnahme. Sie schiesst gern mit hohlen Sätzen wie „Ihr seid ehrlose Drecksäcke.“ Und das ist noch eher ein harmloser Beitrag, mit dem sie die verschiedenen Gruppenmitglieder völlig aus der Luft gegriffen beschimpft. Diese Dame mit blütenweißer Weste ist eine rückwärts gewandte Neo-Osmanin mit Groß-Osmanischem-Reich-Ambitionen und schäumenden Träumen, die tatsächlich dieses Foto postet: «Die ganze Welt ist mein bzw. sei mein Zeuge, mein Vater ist Fatih. Die, die das (von sich) sagen können.»

Grosses Stirnrunzeln. Wie gesagt, sie ist eine Einzelne, dennoch: Es beweist, dass des türkischen Präsidenten Rechnung mit den Jahren in Teilen aufgeht. Erst verbiegt man das Schulsystem und dann schreibt man die Geschichte einfach noch mal neu. Mich erinnert das sehr an Adolf Hitler und die Nazi-Zeit und an die DDR. Doch das türkische Volk lässt sich nicht länger verbiegen, wenngleich sich viele Männer nach der guten alten patriachischen Zeit zurück sehnen. Das kennen wir ja aus Deutschland, genauso wie aus der Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich und so weiter.

Und die Moral von der Geschicht?

Väter sind Männer. Sie sind weder Prinzen, Superman oder wilde Cowboys. Einfach Männer, denen es nicht immer ganz leicht fällt zu akzeptieren, dass sich jede Geschichte in dieser Welt millionenfach wiederholen wird: Alle Töchter werden flügge und früher oder später beginnen sie damit ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Ja, ich hätte mir von meinem Vater zweifelsohne mehr Vertrauen gewünscht und das er öfter mal die Kirche im Dorfe gelassen hätte. Mit 19 Jahren habe ich mein Elternhaus verlassen um meinen eigenen Weg zu gehen. Und der ist bis heute sehr bunt und abwechslungsreich. Doch das Wichtigste ist, dass ich mir mein ganzes Leben lang als Frau treu bleiben konnte. Nein, nach meinem Vater gab es keinen Mann mehr, der mich biegen „durfte“. Versucht haben es viele. Geschafft nicht ein einziger. Danke Mama!

 

Nachtrag: Das war die Generation meiner Mama. Und auch die hat sich emanzipiert…

 

 

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