Multikulti ist, wenn alle anpacken und helfen!

©Jacqueline Jane Bartels

Bodrum Humanity organisiert Garage-Sale

Hilfe! Wir brauchen dringend Spendengelder, um Flüchtlinge unterstützen zu können!

Wer in Bodrum lebt, beobachtet seit drei Jahren, wie sich das Bild unserer schönen Region verändert hat. Über Nacht mussten wir miterleben, wie tausende Flüchtlinge nach Bodrum kamen, um auf primitiven Schlauchbooten nach Griechenland zu fliehen. Es kam zu zahlreichen Todesfällen – Mädchen und Jungen, Babys, junge Mütter und Väter – all‘ diese Ereignisse haben uns Menschen in Bodrum verändert. Ja, Bodrum Einwohner und seine Auswanderer aus Amerika, Australien, Belgien, Niederlanden, Frankreich, Schweiz, Österreich und Deutschland sind deutlich näher gerückt um den Menschen zu helfen, die durch Krieg, Bomben und Terror aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Nein, die Flüchtlingswelle ist nicht vorbei!

Aktuell leben rund 150 afghanische Flüchtlinge in Bodrum und rund einhundert syrische Familien mit ihren Kindern dauerhaft in Bodrum. Im Kreis Muğla sind es mehr als 600 syrische Familien, die uns bekannt sind. Einige syrische Frauen leben bereits im dritten Jahr in Bodrum. Oftmals sind ihre Männer in Deutschland, doch so lange sie dort als Kriegsflüchtlinge nicht anerkannt werden, haben diese Frauen keine Chance auf Familien-Zusammenführung. Junge Studenten wie Amr Wali (25), der vor knapp einem Jahr gemeinsam mit seinem Freund aus Homs flüchtete, möchte so gern weiter studieren, doch ohne Duldung dürfen sie das nicht. Ja – die Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei führten dazu, dass unsere Gäste seit dem 19. März noch nicht einmal mehr eine Duldung erhalten, um somit wenigstens einen Minimum an Unterstützung zu erfahren. Ohne Duldung können Eltern beispielsweise ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Ohne Duldung duldet die türkische Regierung dass Flüchtlinge arbeiten, doch der Lohn liegt bei 25 TL (rund 3 €) am Tag – zu wenig, um eine siebenköpfige Familie zu ernähren! Und das wiederum führt dazu, dass Väter ihre Söhne mit zur Arbeit nehmen. Ein Teufelskreis!

Das Mass der Einzelschicksale ist hoch und schlichtweg traurig. Einer ganzen Generation wurde das Recht auf ein menschenwürdiges Leben genommen. Ein Grund, weshalb wir uns in Bodrum für ein wenig Menschenwürde und eigenständigen Leben engagieren.

Bodrum Humanity Volontäre packen an

Erneut haben gestern viele fleissige Bodrum Humanity Volontäre Ayça Kubas Projekt „Garage Sales“ für diesen Sonntag, den 2. Oktober ab 12 Uhr in Bodrum Ortakent bei Oyder unterstützt: Es wurde sortiert, geschraubt, entstaubt, Regale mit DVD’s mit tollen Filmen wie Superman, Ben Hure, Sex an the City und spannenden Büchern in türkischer und englischer Sprache gefüllt. Kartons mit Porzellan und frisch gewaschener Bettwäsche und Handtüchern wurden ausgepackt! Staubsauger, elektrische Orangenpressen, Kindertoiletten, Kinder-Autositze – alles wird abgestaubt und hergerichtet. Uni- und bunte Schals, Kopftücher, Leder-Gürtel, Markensonnenbrillen, Label-Handtaschen, bunte Einkaufstaschen aus Bast und Baumwolle – alles sucht einen neuen Besitzer. 

Yeah – mit jedem weiteren Tag lichtet sich das Chaos. Nebenbei organisieren wir, dass unsere syrischen Gäste mit ihren Spezialitäten von zu Hause abgeholt werden, denn Geld für den Bus haben sie nicht. Doch das unsere syrischen Gäste uns tatkräftig beim Garage Sale unterstützen, ist ein Ziel von Bodrum Humanity: Hilfe zur Selbsthilfe!

Der Garage Sales am , dient dazu so viel Geld wie möglich einzunehmen, um unseren Flüchtlingen auch in den Wintermonaten wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag zukommen zu lassen. Aber es werden auch dringend Hygiene-Artikel und Babynahrung benötigt. Arzt- oder Krankenhaus-Besuche sind richtig teuer. Ebenso benötigen wir Geld, um unseren Nachbarn ein warmes Dach finanzieren zu können.

Wir freuen uns auf jeden von Euch. Freut Euch u.a. auf kulinarische syrische Köstlichkeiten. Ja, einige unserer syrischen Frauen kochen extra für unseren Event. Es wird ein Multi-Kulti-Festival der Freude und des Austausches.

Hättest du gewusst, dass Steve Jobs, Erfinder der Smartphones, Sohn eines syrischen Flüchtlings war?

Quelle: Facebook

Bei der Gelegenheit möchte ich meine Leser gern wissen lassen, dass Steve Jobs als Sohn des syrischen Politik-Studenten Abdulfattah Jandali und der Amerikanerin Joanne Carole Schieble in San Francisco geboren. Da weder die Eltern seiner leiblichen Mutter noch die Eltern des Vaters einer Ehe zugestimmt hätten und seine 23-jährigen Eltern nicht für den Unterhalt des Kindes sorgen konnten, gab Carole Schieble ihren Sohn als Sozialwaise zur Adoption frei. Schieble hatte ihre Zustimmung zur Adoption davon abhängig gemacht, dass ihr Sohn bei Akademikern aufwachsen sollte; jedoch lehnte ein Anwalt die Adoption kurz nach Jobs’ Geburt ab, weil er und seine Frau sich eine Tochter gewünscht hatten. So wurde das Kind kurz nach der Geburt von Paul Reinhold Jobs (1922–1993) und der Armenierin Clara Jobs (1924–1986), mit Geburtsnamen Hagopian, aus Mountain View, Kalifornien, adoptiert und erhielt den Namen Steven Paul. Dem Ehepaar Jobs, beide keine Akademiker, rang Schieble das Versprechen ab, Jobs den Zugang zum College zu ermöglichen. Von seinen biologischen Eltern wie auch von seiner leiblichen Schwester, der Autorin Mona Simpson, erfuhr er erst rund 20 Jahre später.

 

 

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