Hier entsteht Bodrums erstes Islamische Kulturzentrum – am Camel Beach

© Jacqueline Jane Bartels
Hier entsteht Bodrums erstes Islamisches Kulturzentrum mit exklusiven Blick auf die Bucht des acht Kilometer langen Camel Beach auf Höhe von Bodrum Kargı, das zur Gemeinde Ortakent gehört. Zur Moschee werden zwei grosse Minarette gebaut.

Unbekannter versprüht reichlich AŞK – LIEBE !

Am Strand die Liegen und Sonnenschirme, Restaurants und vereinzelte Hotels und Pensionen. Nach der Waldlichtung auf dem Hügel erkennt man bereits, wo das zukünftige Islamische Kulturzentrum stehen wird.
Am Strand die Liegen und Sonnenschirme, Restaurants und vereinzelte Hotels und Pensionen. Auf dem Hügel oberhalb entsteht das zukünftige Islamische Gemeinde- und Kulturzentrum mit seiner Moschee.
Tagebuch Kapitel 2, Camel Beach, 1. Juni 2016

Mitten im Einzugsgebiet Camel Beach, entsteht Bodrums erstes Islamische Gemeinde- und Kulturzentrum auf 2,5 Hektar mediterranen Land für 30 Millionen TL (rund neun Millionen €) mit exklusiven Blick auf den Strand, auf die Ägäis und seinen sonnenhungrigen Touristen in knappen Bikinis und Badehosen. Die Anlage wird flächenmässig 3000 Quadratmeter gross. Die dazu gehörige Moschee soll 400 Quadratmeter umfassen und zwei Minaretts erhalten.

Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt…

Baustopp für das Islamische Kulturzentrum in Bodrum? Mit Nichten. Bisher galt für alle Gemeinden in Bodrum: Ab Mitte Mai bis Mitte Oktober darf nicht gebaut werden – aus Rücksicht auf den Tourismus. Ebenso galt: Es darf nicht höher gebaut werden als eine Palme wächst. Das machte Bodrum’s Charme bisher aus. Vergangenheit! Berichtete ich am 25. Mai noch, dass vorläufig Baustopp herrscht, durfte ich heute feststellen: Ganz im Gegenteil. Es wird im Akkord von morgens 8 Uhr bis abends um 18 Uhr gearbeitet. Schwere Steinbohrer zerstören Felsen. Der Lärm lässt im Umkreis von 500 Metern Fensterscheiben vibrieren. Die Steinreste werden mit einem Bagger abtragen und dann rund 200 Meter weiter gefahren, um das Geröll der Natur Preis zu geben. Genau! Die Natur wird es schon richten.

Es darf nicht höher gebaut werden als eine Palme wächst…

…das machte Bodrums Charme bisher aus. Vergangenheit! Berichtete ich am 25. Mai noch, dass vorläufig Baustopp herrscht, durfte ich heute feststellen: Ganz im Gegenteil. Es wird im Akkord von morgens 8 Uhr bis abends um 18 Uhr gearbeitet. Schwere Geräte zerstören Felsen, die dann als Steine abtragen und mit einem Lkw 150 Meter weiter gefahren werden um das Geröll der Natur Preis zu geben. Genau! Die Natur wird es schon richten.

Und überhaupt: Was sind schon 67’000 Unterschriften aus der Bevölkerung, 151’000 Einwohner zählt Bodrum aktuell, die sich für den Bau des ersten Islamischen Gemeinde- und Kulturzentrums an einem andern Platz in einer anderen Gemeinde Bodrums engagierten? Grundsätzlich ist das Islamische Zentrum willkommen, doch muss es an einem der beliebtesten Touristen-Gegenden Bodrums entstehen? Wie sagte eine meiner Freundinnen treffend: „In der Türkei ist es neuerdings Demokratie, dass eine Unterschriftenaktion überhaupt stattfinden darf. Mehr dürfen wir nicht mehr erwarten.“ Aha. Ah ja. Nun denn.

Nicht zu vergessen, die Anwohner, die jetzt aus Istanbul, Ankara, Hamburg, Berlin, Köln und auch aus Schweden und Italien anreisen. Sie freuen sich bereits seit Monaten auf ihr Sommerhäuschen, um endlich wieder am Camel Beach tief in der Ägäis abtauchen zu können. Sie alle staunen aktuell ein wenig mehr als sonst auch schon: „Wie jetzt? Bodrum’s Gemeinde, insbesondere der Bürgermeister Mehmet Kocadon, hat doch den Bau drei Jahre lang erfolgreich abgeschmettert? Was soll das?“

Eine befreundete Anwohnerin sagt entsetzt: Schau dir das mal an, JayJay! Zukünftig schaue ich direkt von meiner Terrasse auf diesen gigantischen Bau! Ich will in meinem Sommerhaus Ferien machen und nicht etwa zukünftig das Radio abstellen, nur weil der Muezzin gerade zum Beten einlädt. Jetzt bauen die sogar im Juni von morgens bis abends. Der Steinbohrer lässt den Kaffee in meiner Tasse überschwappen. Ich fasse es nicht. Ich koche vor Wut. Und die Gemeinde antwortet lapidar: „Beschwerden können sie in die Kreishauptstadt Muğla schicken. Wir haben hier kein Mitspracherecht mehr.“

Ob in den Gemeinden, im Gericht oder in den Banken: Das Kopftuch wird neuerdings zunehmend von Frauen populär gemacht. Das Strassenbild Bodrums verändert sich.
Bodrums Strassenbild verändert sich…

Hoşğeldiniz im neuen Zeitalter Bodrums. Das einstige liberale, moderne und hoch aufgeschlossene Fischerdörfchen steuert geradewegs auf ein neues Zeitalter und auf eine völlig neue Form der Demokratie zu, die es so tatsächlich nur in der Türkei zu geben scheint.

Im September 2013 erlaubte Recep Tayyip Erdoğan das Kopftuch im öffentlichen Dienst. Seit dem verändert sich das Strassenbild überall in der Türkei. Das touristisch boomende Bodrum zieht streng Gläubige aus allen Ecken der Türkei an. Das Bild verändert sich hier zusehends. In den Banken, in den zahlreichen Gemeindeämtern und im Gericht tragen Frauen stolz ihre bunten Kopftücher und am Camel Beach ist der Burkini schwer in Mode gekommen. Im Supermarkt Bim gab es den jetzt für 39.95 TL im Angebot und war innerhalb von drei Stunden in allen Filialen restlos ausverkauft.

Alles ist schön. Alles wird gut…

 

 

 

Lese gern auch meine Tagebucheinträge: Vorläufig: Baustopp für Bodrum’s erstes Islamische Kulturzentrum 

Mein Dauer-(Aufreger-Thema): Bodrums erstes Islamisches Kulturzentrum

 

 

 

 

 

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